Skiflug WM 2018

Es wird wieder geflogen in Oberstdorf

Dieses Jahr ist es wieder so weit. Der große Skiflugzirkus hält Einzug in Oberstdorf. Drei Wochen nach dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee wird vom 18. - 21. Januar im Stillachtal der neue Skiflugweltmeister gekürt. Erfahren Sie hier mehr über die Historie einer der bedeutendsten Skiflugschanzen der Welt sowie über ihren Ideengeber und Erbauer Heini-Klopfer nach dem die Schanze benannt ist.

Bau der Skiflugschanze

Der Ideengeber und Erbauer der Skiflugschanze, Heini Klopfer, wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg waren die deutschen Athleten von den Olympischen Winterspielen 1948 sowie von weiteren internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Aus dieser Enttäuschung heraus entstand die Idee, eine eigene Schanze zu bauen, eine größere und bessere als alle anderen bis dahin bestehenden. Auf Initiative des legendären Oberstdorfer Springer-Trio „Weiler-Klopfer-Brutscher“ wurde 1949 der Bau einer Skiflugschanze beschlossen.

Die bautechnischen Planungen und Umsetzungen leistete Heini Klopfer, der von Beruf Architekt war. Er hatte den großen Vorteil, dass er zu seiner beruflichen Fachkompetenz auch die persönlichen Erfahrungen als Spitzensportler in die Planungen miteinfließen lassen konnte. In nur fünfmonatiger Bauzeit entstand die neue Riesenschanze mit dem 40 m hohen Anlaufturm aus Holz.

Skiflugschanze
Skiflugwoche 1950

Die Anfänge des Skiflugsports in Oberstdorf

Die Oberstdorfer Anlage, die im Februar 1950 fertiggestellt wurde, wies einen Konstruktionspunkt von 120 Metern auf. Aus Sicht der FIS war die neue Flugschanze illegal, denn seit 1936 bestand ein Beschluss, Schanzen mit einem kritischen Punkt von über 80 Metern zu verbieten. Diese Sichtweise erklärt auch, warum der Deutsche Skiverband dem Projekt in Oberstdorf anfänglich sehr reserviert gegenüberstand und auch keinerlei Hilfen gewährte. Erst 1951 wurde der Beschluss von 1936 aufgehoben. Nunmehr waren Schanzen mit einem kritischen Punkt von maximal 120 m erlaubt.

Um neue Weltrekorde zu fliegen, reiste die Weltelite nach Oberstdorf. Der erste Wettkampf auf der neuen Schanze war die Oberstdorfer Skiflugwoche. Trotz schlechter äußerer Bedingungen wurde mit 135 Meter ein neuer Weltrekord aufgestellt. Damit verbesserten die Athleten den alten Weltrekord aus Planica insgesamt um 15 Meter. Mit dem ersten Wintersportgroßereignis auf deutschem Boden nach dem verheerenden Weltkrieg wurde ein großer und bedeutender Schritt in der Entwicklung vom Skispringen hin zum Skifliegen vollzogen.

Anfänglich gab es große Vorbehalte dem Skifliegen gegenüber. Insbesondere die skandinavischen Länder, die sich als Hüter der nordischen Skisporttradition verstanden, beobachteten die Entwicklung sehr kritisch. Heini Klopfer konnte leider die Einführung des Skifliegens zu einer regulären Wettkampfdisziplin bis hin zu offiziellen Weltmeisterschaften nicht mehr miterleben. Er verstarb 1968 und verpasste die ersten Skiflugweltmeisterschaften 1972 in Planica und 1973 in Oberstdorf zu Ehren von Heini Klopfer.

Weiterentwicklung der Flugtechnik

Durch die Ereignisse um das Skifliegen in Oberstdorf stieg Heini Klopfer zum führenden Schanzenarchitekten weltweit auf. Ihm ist die Revolution in der Flugtechnik hin zum aerodynamischen Fliegen zu verdanken: Durch das Zurücklegen des Schanzentisches um einige Meter nach hinten verbunden mit mehr Gefälle und entsprechender Profiländerung des Aufsprunghanges, ergab sich eine aerodynamischere, flachere Flugkurve die zum einen weitere Sprünge zuließ, zum anderen das Skifliegen aber auch sicherer machte. Aus sportfachlicher Sicht liegt in dieser Erkenntnis der größte Verdienst von Heini Klopfer.

Bei der Skiflugwoche 1950 entwickelte sich beispielsweise der Fisch-Stil. Bei dieser Skisprungtechnik streckt der Athlet die Arme nicht mehr nach vorne aus, sondern legt sie dicht an den Körper an. Durch diese Stilveränderung erreichten die Athleten einen geringeren Luftwiderstand und einen größeren Auftrieb. Der Fisch-Stil setzte sich bis Ende der 1950er Jahre im gesamten Springerfeld durch.

Neue Flugtechnik
Skiflugschanze heute

Heutiger Stand

Heute gibt es fünf nutzbare Skiflugschanzen, die sich allesamt in Europa befinden. Das Skifliegen ist eine Variante des Skispringens, bei dem die psychische Belastung für die Athleten deutlich höher ist als im Vergleich zum Skispringen, da die Sportart aufgrund der höheren Geschwindigkeit und der längeren Flugphase zusätzliche Risiken beinhaltet. Ein Skiflug auf einer Skiflugschanze dauert heute mit 8 Sekunden etwa doppelt so lange wie ein Sprung auf einer Normalschanze. Durch die längere Flugdauer spielt die Aerodynamik beim Skifliegen eine größere Rolle als beim Skispringen, wo hauptsächlich der Absprung über die Weite entscheidet. Daher traten in den 1950er und 1960er Jahren viele stilistische Veränderungen zum ersten Mal beim Skifliegen auf, ehe sie sich auch im Skispringen durchsetzten.

Seit Ende der 1980er Jahre springen die Athleten im V-Stil, der grundlegend zum weiteren Anwachsen der Weiten beitrug. Die Anlauf- und Landegeschwindigkeiten stiegen hingegen nicht: 1969 betrug das Tempo in Planica vor dem Absprung 114 km/h und während der Landung 145,8 km/h. 2011 wurde die Anfahrtsgeschwindigkeit mit 108 km/h angegeben, die Landegeschwindigkeit lag bei etwa 130 km/h.

Weitere Informationen zur neuen Schanzenanlage und zur Historie finden Sie hier

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