Geschichte Oberstdorf

Die Entstehung der Siedlung Oberstdorf

Auf dem Gestein der Trettach entstanden

Der Ort Oberstdorf befindet sich in einem weiten Talkessel, der von Bergen umgeben ist. Der heutige Ortskern war früher das natürliche Überschwemmungsgebiet des Flusses Trettach. Bedingt durch das natürliche Gefälle des Talkessels nach Westen hin (ca. 1,25 %) und dem Ausbreitungsdrang des Flusses nach dem eingeengten Bachverlauf im Trettachtal wurde dieser Bereich regelmäßig, insbesondere zur Zeit der Schneeschmelze, überflutet. Das zurückbleibende Geschiebematerial der Trettach lagerte sich als Schwemmkegel dort ab. Der Rand des Schwemmkegels ist heute am südlichen Ortsrand mit den nach Süden in den Ösch hin abfallenden Flächen noch gut erkennbar. Das natürliche Überschwemmungsgebiet verschob sich durch die Anhäufung von Geschiebematerial im oberen Bereich mit der Zeit immer weiter nach Norden in Richtung heutiges Dummelsmoos und Bannholz.

Karte Oberstdorf
Dorfbach im Kurpark

Oberstdorfer Dorfbach

Es entstand zudem ein kleiner Wasserlauf, welcher als leicht zähmbarer Bach in Richtung Nordwesten dem Fluss Stillach zustrebte. Dieser Bach war für die anschließende Besiedlung des oben beschriebenen Schwemmkegels ein wichtiger Punkt. Er stellte eine gut zugängliche Trinkwasserquelle dar, diente zugleich aber auch zur Ableitung von Schmutzwasser. Neben dem Bach war sicherlich ausschlaggebend, dass ausreichend große Flächen mit fruchtbarem Boden – weil ehemaliges Schwemmgebiet – für die Bewirtschaftung vorhanden waren. Außerdem war der Arbeitsaufwand für diese ebenen Anbauflächen wesentlich geringer im Vergleich zu den oft steilen Hängen der älteren Siedlungen in den Hochtälern (Gerstruben, Traufberg).

Flächenentwicklung entlang der Lebensader

Der kleine Wasserlauf stellte die Lebensader der neuen Siedlung dar. Besonders deutlich wird dies, wenn man sich die weitere Flächenentwicklung der Siedlung anschaut. Die ersten Bauten entstanden in den Bereichen der heutigen Kirch- und Pfarrstraße sowie des Frohmarktes, der Rechbergstraße und der oberen Oststraße direkt neben dem Bach. Hier lassen sich auch noch heute die ältesten Gebäude Oberstdorfs finden. Die dann anschließend hinzukommenden Siedler ließen sich weiter westlich entlang des Dorfbaches nieder. Die Siedlung dehnte sich allmählich immer weiter nach Westen hin aus.

Altes Lexar Haus
Oberer Beginn Oststraße

Ein leiterförmiges Wegenetz entsteht

Der Kernort entwickelte sich kurz vor der Jahrtausendwende aus ursprünglich mehreren kleineren Siedlungsschwerpunkten, die zunächst durch die vordere Gasse (heute: Ost- und Weststraße) miteinander verbunden waren. Später kam die hintere Gasse (heute: Nebelhorn- und Walserstraße) als weiterer Verbindungsweg hinzu. Mit der Zeit kamen Querverbindungen zwischen vorderer und hinterer Gasse hinzu, wodurch sich ein Wegenetz in Form einer Leiter entwickelte. Die erste urkundliche Erwähnung Oberstdorfs stammt aus dem Jahr 1141, als die Pfarrkirche geweiht wurde.

Das Leben mit den Flüssen

Die Siedler haben sich die Kraft des Wassers zu Nutze gemacht und damit z.B. Mühlen betrieben. Die Namensgebung der Mühlenbrücke ist hierbei selbsterklärend. Auch heute noch wird direkt an dieser Brücke ein Sägewerk mit Wasserkraft betrieben. Der ungebändigte Lauf der Trettach im Osten stellte jedoch immer wieder für die Flure nördlich des Dorfes eine große Gefahr bei Hochwasser dar, ebenso wie die Stillach für die Viehweiden im Ried und in der Meyersoy und die tiefergelegenen Bereiche im Westen.

Säge an der Mühlenbrücke
Oberstdorf um 1900

Der Tourismus verändert alles

Da die Bewohner fast vollständig von der Land- und Alpwirtschaft lebten, war die Einwohnerzahl der Siedlung aufgrund ihrer Lage und den vorhandenen natürlichen Ressourcen auf ca. 1500 Einwohner begrenzt, die um das Jahr 1800 erreicht wurde. Erst als sich mit dem Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Einnahmequelle erschloss, begann der Ort wieder zu wachsen. Die Wiesen um den Ort wurden erschlossen und das über Jahrhunderte bestandene Leitersystem verschwand allmählich. Der Ort in seiner heutigen Ausdehnung entstand.

Der Dorfbach dagegen existiert heute noch. Überwiegend fließt er im Untergrund und für uns nicht sichtbar. Kurze Verläufe des Dorfbaches wurden im Bereich des Heimatmuseums oder im Kurpark jedoch wieder an die Oberfläche verlegt. Es findet regelmäßig eine kostenlose Ortsführung statt. Erleben Sie eine kleine Zeitreise in die Oberstdorfer Geschichte und lernen Sie historische und touristische Sehenswürdigkeiten Oberstdorfs kennen. Mehr Informationen finden sie hier.

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